linke.cc

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern


Marienthal: Museum für Arbeiterkolonie

E-Mail Drucken PDF

Die Pionierstudie „Die Arbeitslosen von Marienthal“ (1933) von Paul Lazarsfeld, Marie Jahoda und Paul Zeisel gilt als Klassiker der Soziologie. Ab Samstag gibt ein MusArbeiter auf dem Platz vor dem Consum in Marienthaleum in Marienthal Einblicke in die Lebensrealität der Arbeiterkolonie.

Die Schließung der Textilfabrik Marienthal-Trumauer im Jahr 1930 bedeutete in Marienthal eine soziale Katastrophe für die Arbeiterkolonie. Die gesamte Bevölkerung der 2.500 Einwohner zählenden Siedlung im heutigen Gramatneusiedl wurden arbeitslos. Die Arbeiterkolonie wurde durch die soziologische Pionier-Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“ (1933) von Paul Lazarsfeld, Marie Jahoda und Paul Zeisel berühmt. Am 1. Oktober wird eine entsprechende Ausstellung eröffnet.

„Hier leben Menschen, die sich daran gewöhnt haben, weniger zu besitzen, weniger zu tun und weniger zu erwarten, als bisher für die Existenz als notwendig angesehen worden ist“, schrieben Lazarsfeld, Jahoda und Zeisel in ihre Studie. Die Wiener Sozialwissenschaftern stellte sich Marienthal als „müde Gesellschaft“ vor.

Nach der Schließung der Fabrik bestimmten materielle Not und psychische Verarmung den Alltag der 1.200 Arbeitslose.

Marienthaler Arbeiter im Jahr 1931.

Grazer Soziologe erforscht die Geschichte von Jahoda

„Heute ist der Ort auf kaum einer Landkarte zu finden“, so Reinhard Müller vom Archiv für Geschichte der Soziologie in Österreich (ASGÖ) an der Universität Graz. Seit 2004 arbeitet er den Nachlass von Marie Jahoda auch mit der Geschichte von Marienthal auf.

Müller hat unzählige Publikationen verfasst und über 1.200 Bilddokumente aus dem Gemeindearchiv und Privathaushalten der Region ausgehoben. Dabei versuchte er auch, an Ort und Stelle eine Dokumentations- und Informationsstelle einzurichten.

Mehr zum Thema:

Dabei wird gezeigt, dass Marienthal allgemein mit außerordentlicher Arbeitslosigkeit gleichgesetzt wurde, wenngleich diese „nur“ ein halbes Jahrzehnt währte. „Unbeachtet blieben die bemerkenswerte Unternehmer- und hoch entwickelte Arbeiterkultur Marienthals sowie seine Bedeutung als jahrhundertealter Industriestandort im ländlichen Raum“, so der wissenschaftliche Leiter des neuen Museums.

Auf 75 Quadratmetern werden Texte, Bilder und Filme über die Geschichte der Arbeiterkolonie im „Consum“-Gebäude präsentiert.

Service:

„Museum Marienthal“, Eröffnung am 1. Oktober, 10.00 Uhr, Gramatneusiedl, Hauptstraße 64.

Link:

Quelle: ORF

 

Nächster Event

Keine Termine

Suche

Newsletter

Newsletter Mailingliste Empfange HTML?