Barcelona: Demo gegen Kürzungen in Bildungs-Etat
In Barcelona haben heue tausende Menschen gegen Einsparungen im Bildungssektor protestiert. Die Angaben über die Teilnehmerzahlen gingen weit auseinander: Laut Polizei gingen mehr als 2000 Demonstranten in der nordostspanischen Stadt auf die Straße, nach Angaben der Gewerkschaften waren es 30.000.
Die Teilnehmer kritisierten die Spaßmaßnahmen der Regionalregierung von Katalonien sowie der Zentralregierung in Madrid. Diese kämen einer „Auflösung des staatlichen Bildungssektors“ gleich, kritisierte die Sprecherin der Gewerkschaft USTEC, Rosa Canyadell.
Weitere Proteste angekündigt
An der Demonstration nahmen neben Vertretern von Gewerkschaften und Bildungsverbänden auch zahlreiche Eltern teil. In einem bei der Kundgebung vorgetragenen Manifest bezeichneten die Teilnehmer Bildung als „bestes Mittel zur Überwindung der wirtschaftlichen und sozialen Krise“ im Land.
Staatliche Bildung sei „die einzige, die den sozialen Zusammenhalt ermöglichen“ könne. Für den 29. April haben die größten spanischen Gewerkschaften zu einem Tag der Proteste gegen Kürzungen im Bildungssektor aufgerufen.
Drei Milliarden weniger für Bildung
Die konservative spanische Regierung hat zahlreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht, um das erhebliche Staatsdefizit zu überwinden. Im vergangenen Jahr betrugen die Schulden 8,51 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Am Freitag hatte die Regierung beschlossen, zehn Milliarden Euro pro Jahr einsparen zu wollen, davon drei Milliarden im Bildungssektor.
Die Regionen werden per Dekret ermächtigt, die Einschreibegebühren an Universitäten um 50 Prozent zu erhöhen. Derzeit liegen sie bei durchschnittlich tausend Euro. Die Zahl der Schüler pro Klasse darf um 20 Prozent erhöht werden.
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