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Afrikas Fisch für den Profit der europäischen Fischindustrie

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Hochseetrawler aus der EU fischen vor der westafrikanischen Küste die Gewässer leer. Fang und Profit gehen nach Europa, der lokalen Bevölkerung bleiben leere Netze und ebensolche Teller.

Die Hoheitsgewässer vor der westafrikanischen Küste gehören zu den zehn fischreichsten Regionen unseres Planeten, da hier nährstoffreiches Tiefenwasser an die Oberfläche steigt. Der Fischreichtum in Mauretaniens ist die wichtigste, wenn nicht gar einzige Lebensgrundlage für seine Bevölkerung. Doch dieser wird die Lebensgrundlage entzogen. Laut Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP werden derzeit bis zu 90 Prozent des Fischfangs vor Westafrika nicht von einheimischen Schiffen betrieben. Schuld daran ist Europas Fischereiindustrie.

Fischfabriken auf See
130 Hochseetrawler, vorwiegend aus Spanien, Italien, Portugal, Frankreich und Griechenland, dürfen in mauretanischen Hoheitsgewässern jährlich Fisch im Wert von über 1,5 Milliarden Euro fangen. Unter ihnen finden sich die größten schwimmenden Fischfabriken der Welt. Das Schiff „Johanna Maria“, mit 119 Meter Länge eines der größten Schiffe der EU-Flotte: Bei einer Kühlkapazität von 280 Tonnen pro Tag wird der Fisch an Bord sofort weiterverarbeitet, tiefgefroren und erst in EU-Häfen an Land gebracht – das Schiff ist für Monate auf See.

Leere Meere
Europa hat seine eigenen Gewässer bereits heillos ausgebeutet: 88 Prozent aller europäischen Fischbestände gelten als überfischt. Derzeit ist die EU-Flotte in der Lage, zwei- bis dreimal mehr Fisch zu fangen, als es ökologisch für Europas Meere vertretbar ist. Der große Fisch-Hunger der EU kann also schon lange nicht mehr aus den eigenen Meeren gestillt werden.

Verheerenden Fischereigesetzgebung

„Fish for Cash“ heißt das simple Geschäft: Gegen Geld für Fangquoten, das in der Realität nie bei der lokalen Bevölkerung ankommt, räumen die europäischen Schiffe die westafrikanische Küste leer. Die EU nennt es „Fischerei-Partnerschaftsabkommen“ – für Greenpeace ist es das Paradebeispiel einer verheerenden EU-Fischereipolitik.

Die Ausbeutung Westafrikas durch internationale Fischereiflotten im industriellen Maßstab zeigt längst ihr wahres Gesicht: So gelten die Gewässer Senegals bereits als überfischt.

Reform der EU-Fischereipolitik
Eine große Chance für die EU, den notwendigen radikalen Umschwung zu vollziehen, ist die anstehende Reform der sogenannten „Gemeinsamen Fischereipolitik“: Planmäßig alle zehn Jahre muss die EU ihre Fischereiregelungen überarbeiten. 2012 ist es wieder soweit - aber die Entscheidungen, die die Zukunft vieler Menschen nicht nur in Afrika betreffen, fallen bereits jetzt.

Das Zeugnis, dass die Europäische Kommission der jetzigen EU-Fischereipolitik
ausstellt, gleicht einer Bankrotterklärung: Exzessive Subventionen durch Steuergelder, ineffektive Kontrollen und unzureichender politischer Wille hätten zu massiven Überkapazitäten und einer dramatischen Überfischung geführt.

Forderungen Greenpeace

Greenpeace fordert die Reform der EU-Fischereiflotte und nachhaltige Fangmethoden sowie die Schaffung von Meeresschutzgebieten.

Die Überkapazitäten in der Fischfangindustrie sind sofort abzustellen.

Die Subventionen, die zu einer effektiveren Fangtechnik führen müssen eingestellt werden.
Ziel ist auch die Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern: Die  Fischindustrie muss ihren Beitrag leisten, indem die betroffenen Länder an der Wertschöpfung gerecht beteiligt werden.

Link-Tipp:

Weiterlesen:

Quelle: Greenpeace

 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 28. April 2012 um 16:16 Uhr  

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