Während der offiziellen UNO- Konferenz Rio plus 20 ein nichtssagendes Abschlussdokument vorliegt, gingen Mittwoch nachmittag Tausende auf die Strasse, um für einen grundsätzlichen Wandel in der Umwelt- und Sozialpolitik zu demonstrieren.
Das Abschlussdokument der offiziellen UNO-Konferenz wird in den Medien als ¨sauberes Papier¨ gehandelt, weil es von allen Konkretisierungen ¨befreit¨ wurde und Präzisierungen erst ¨nach der ökonomischen Krise¨(sic!) vorgenommen werden sollen...
Im Gegensatz zu solchen Wischi-Waschi-Positionen formierte sich ab 15h in der Avenida Rio Branco ein Demonstrationszug, der Punkt für Punkt die strittigen Fragen und möglichen Lösungen anvisierte. So wurde die ehemalige Guerilla-Kämpferin und jetzige Präsidentin Brasiliens Dilma Rousseff daran erinnert, einem Gesetz, das eine weitere Verschlechterung der Sitaution des Regenwaldes vorsieht und das bereits im Parlament die Zustimung erhielt, auch in Zukuft mit einem Veto zu begegnen.
Im starken Block der KP Brasilens (PD do B) bekam der ¨grüne Kapitalismus¨ sein Fett ab. Die zentrale Losung von Greenpaece lautete: ¨Für eine gerechte und grüne Welt¨. Kubanische GewerkschafterInnen waren ebenso auf der Demo, wie FeministInnen aus Argentinien. Eine brasilianische Samba-Formation (inklusive TänzerInnen) sorgte für tolle Stimmung.
Der absolute Hammer war jedoch ein Panzer aus Karton auf auf Raedern, der mit Tortillas vollgepflastert war. Dieser ¨Brot-Panzer¨ unterlief ironisch die Aspirationen der - internationalen - Rüstungs-Lobby und stellte ein Plädoyer dar, die enormen Summen, die für Waffen ausgegeben werden, sinnvoll für Lebensmittel zu verwenden.
Hermann Dworczak (Aktivist im Austrian Social Forum/ASF; 0043 / 676/ 972 31 10)
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