Die beiden Gipfel in Rio de Janeiro waren spannender als ihre Resultate
von Leo Gabriel aus Río de Janeiro *)
Als am 15. Juni auf dem Gelände am Flamengo-Strand von Rio de Janeiro die ersten Veranstaltungen vor nahezu leeren Zelten stattfanden, ahnte noch niemand, welch umfassendes Ausmaß die Cúpula dos Povos (Gipfel der Völker) in den folgenden sieben Tagen annehmen würde. Denn was in den 756 Seminaren, Workshops und Versammlungen da diskutiert wurde war nichts Geringeres als die Frage nach der Natur der Natur: ist dieser Planet eine Krone der Schöpfung in einem kosmischen Zusammenhang? Oder ist es die Mutter Erde, die Pacha Mama als eigenständiges Subjekt, das jetzt ihre Rechte einfordert? Oder ist sie in Wirklichkeit nur das Opfer einer grenzenlosen Ausbeutung durch ein Geflecht von rein ökonomisch bestimmten, für Mensch und Umwelt gleichermaßen zerstörerischen Prozessen, die nur einer „nachhaltigen Entwicklung“ bedürfen, um wieder ins Lot der Geschichte zu kommen?






